Patrizia Casagranda

Hier und Jetzt Während meiner künstlerischen Arbeit in den armen Regionen Nordindiens hatte ich die Chance, einige sehr bemerkenswerte junge Frauen kennenzulernen. Jeden Morgen tranken wir gemeinsam Tee und führten intensive Gespräche. Ich konnte nicht glauben, dass diese bildhübschen Frauen tatsächlich vom Müllsammeln leben und damit ihre Familien ernähren. Durch die ständige existentielle Bedrohung bewegen sie sich auf einem schmalen Grat zwischen Leben, Überleben und Katastrophe. Alles konzentriert sich auf das Hier und Jetzt.
Ich war fasziniert von diesem bedingungslosen Vertrauen in die Zukunft und der fast ausgelassenen Lebensfreude – einem Gefühl, das mich zu Portrait-Titeln wie „Kiran, das Licht“, „Sunder, die Schöne“ oder „Laxmi, die Reiche“ inspirierte. 
Man kann diese Namensgebung als Traum interpretieren – für mich repräsentiert sie die Haltung der jungen Mädchen, sich auf das Heute, die positiven Aspekte des Lebens und starke gegenseitige Solidarität zu konzentrieren.
Die Deutsch-Italienerin Patrizia Casagranda wurde 1979 in Stuttgart geboren und lebt in Krefeld. Sie schloss 2002 ihr Design-Studium an der FH Niederrhein mit Auszeichnung ab und besuchte die Malakademien in Nizza, Ravensburg und Trier. Nach wechselnden Tätigkeiten im Design-Bereich arbeitet sie seit 2015 als freischaffende Künstlerin. Innerhalb kurzer Zeit begeistert sie mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland ihr Publikum.
Patrizia Casagrandas Werke faszinieren durch eine fast greifbare Materialität – selten geworden in einer Zeit der zunehmend digitalen Kunst. Schicht um Schicht offenbaren sie dem Betrachter ihre Seele und das Darunter. In diesen Bildern kann man lesen, man kann sie durchwandern und sich in ihnen verlieren.
 

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